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"Weil ich kein Automat bin!"
Von Newsletterleser Frank

Wir alle kommen in Gesprächen immer wieder in brenzlige Situationen. Von unserer Erfahrung und Coolness hängt es nun ab, ob wir stark bleiben oder ob wir klein beigeben. Eine tolle Geschichte erlebte Newsletterabonnent Frank, der nach einer Urlaubsreise am Flughafen Frankfurt ankam und direkt mit der Bahn nach Köln weiterreisen wollte. Eigentlich kein Problem. Doch dann kam Herr Reich... .

... Meine Rückfahrt nach Hause lief nicht ganz perfekt, was die Freude über die Reise an sich aber nicht mehr schmälern konnte. Ich hab noch eine Stunde aufs Gepäck gewartet, dann fuhr mir die Bahn mal wieder vor der Nase weg, also warten auf den nächsten Zug. Einsteigen und: Wegen technischer Probleme verzögert sich die Abfahrt unseres Zuges um mindestens 30 Minuten. Hurra, also wieder raus aus dem Zug, Gleis gewechselt, gerade noch auf die nächste Bahn nach Kölle draufgehüpft... Um dann mit dem Schaffner zu diskutieren. Laut Namensschild ein gewisser Herr Reich. Und das war echt witzig. Hier kommt´s:

Schaffner (S): "Wo ist denn Ihr Ticket?"

Frank (F): "Bitteschön."

S: "Das ist kein Ticket."

F: "Aha."

S: "Das ist nur ´ne Reservierung."

F: "Aha. Und was tun wir beide jetzt?"

S: "Sie hätten mit der Reservierungsnummer am Automaten ein Ticket ziehen müssen."

F: "Aha. Aber jetzt bin ich ja hier. Wie wär´s, wenn Sie den Job des Automaten übernehmen?"

S: "Das geht nicht."

F: "Aha. Und warum nicht? Wenn ich sonst mit der Bahn fahre, löse ich meine Tickets immer im Zug."

S: "Ja, aber das geht hier nicht."

F: "Hmmm, ich frag dann noch mal. Und warum genau nicht?"

ACHTUNG !!!!!    S: "Weil ich kein Automat bin!"

F: (völlig fassungslos über diese coole Antwort)  "Gut, hab ich verstanden. Aber was schlagen Sie denn jetzt vor, damit wir hier weiterkommen?"

S: "Sie müssen mich schon verstehen, dass ich da auf die Einhaltung der Regeln achten muss: Dafür bin ich schließlich hier...

F: "...und ich dachte, wir lösen dieses Problem jetzt mal gemeinsam ..."

S: "Es ist nämlich so, dass Ihre Reservierung nur in Verbindung mit einem Flugticket gilt..."

F: "...den Ausdruck davon hab ich hier ... ich komm gerade aus dem Urlaub und möchte jetzt gerne nach Hause ..."  (Zu dem Zeitpunkt waren wir etwa in Limburg, als schon gut 30 min. von Frankfurt weg ... )

S: "Das ist ja nur ein Computerausdruck und kein Ticket. Das kann sich ja jeder ausdrucken. Sie könnten ja auch geschäftlich unterwegs sein von Frankfurt nach Köln und sich so vor der Zahlung des regulären Reiseentgelts (ja das hat er wirklich so gesagt) drücken."

F: "Hören Sie, Herr Reich, ich werd jetzt langsam ein bisschen ungeduldig. Ich bin müde und möchte gerne nach Hause. Und ich habe Ihr Unternehmen ausgewählt, um den letzten Teil der Reise für mich zu erledigen. Das war offensichtlich ein Fehler. Ihr Misstrauen geht mir - gelinde gesagt - inzwischen ganz schön auf den Wecker. Ich habe hier etwa. 40 Kilo Gepäck inkl. einem kompletten Satz Golfschläger dabei und ich kann Ihnen versichern, dass das nicht zu meiner Standardbewaffnung zählt, wenn ich auf Geschäftsreise von Köln nach Frankfurt oder zurück bin. Wenn es Sie glücklich macht, dann nehmen Sie doch einfach meine Personalien als Schwarzfahrer auf. Ich kann Ihnen aber auch gerne zur Vereinfachung meine Visitenkarte geben. Das ist diese hier. Und diese hier geb ich Ihnen auch gleich. Das ist der Leiter meiner Rechtsabteilung. Es wäre sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie bei Ihrer Anzeige unmittelbar den Herrn Rechtsanwalt anschreiben könnten. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen vergesse ich den Vorgang dann schneller. Das könnte Ihnen eine Beschwerde ersparen. Und zusätzlich haben dann nicht nur unsere Mitreisenden hier was zu lachen, sondern auch mal meine Mitarbeiter. Die lachen nämlich sonst nicht so viel bei mir."

S: "Drohen lasse ich mir jetzt schon mal gar nicht. Und schon gar nicht von Ihnen. Ist mir egal, ob Sie einen Anwalt haben. Sie müssen beim nächsten Halt aussteigen."

Inzwischen hatten sich mehrere Leute um uns herum gesetzt, um die sich abzeichnende Keilerei live zu beobachten ...

F: "Wenn ich richtig informiert bin, ist der nächste Halt Köln-Deutz ...?!"

S: "Ja, das stimmt, und da müssen Sie raus!"

F: "Das stimmt, Herr Reich. Da wollte ich ja auch hin. Und wie ärgern Sie mich nun noch?"

S: "Ach wissen Sie, das ist mir doch jetzt alles zu blöd hier. Ich habe noch andere Gäste zu kontrollieren und kann mich nicht ewig mit Ihnen befassen. Aber in Köln steigen Sie aus, dafür werde ich sorgen."

F: "Das wäre sehr freundlich von Ihnen, Herr Reich. Ich krieg mein Gepäck ohnehin kaum alleine getragen ..."

Reich ab...

Frank, herzlichen Dank für diese Geschichte. Und: Chapeau! Ein handsigniertes Exemplar von "Begeistere und gewinne!", dem neuen Buch von Paul Johannes Baumgartner, ist bereits zu Ihnen unterwegs.

Haben auch Sie eine amüsante und interessante Geschichte, in der Sie kommunikativ geglänzt und/oder in einer Grenzsituation den Überblick bewahrt haben? Dann mailen Sie uns diese bitte zu unter info@pjb-kommunikation.de. Die besten Geschichten werden im Newsletter veröffentlicht und prämiert.


 

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